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Der Energieeffizienz-Index ist eingebrochen

Der Energieeffizienz-Index ist auf den tiefsten Stand seit Beginn seiner Erhebung abgestürzt. Obwohl Unternehmen die Bedeutung der Energieeffizienz weiterhin als konstant hoch einschätzen, investieren sie weniger in Energieeffizienz. Gleichzeitig wird die Energieproduktivität kaum noch gesteigert.

Hintergrund zum Energieeffizienz-Index

Der Energieeffizienz-Index wird halbjährlich unter anderem von der Deutschen Energie-Agentur (dena), dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dem Fraunhofer IPA, dem TÜV Rheinland und der Universität Stuttgart erhoben. Befragt werden knapp 1000 Unternehmen. Ziel der Studie ist es, die Stimmung der Industrie in Bezug auf Energieeffizienz abzubilden. Dabei stehen im Fokus die Bereitschaft zur Steigerung der Energieeffizienz, die Fragen nach konkretem Handlungsbedarf sowie den damit verbunden Herausforderungen.

Die Gründe für den derzeitigen Tiefststand sind vielfältig: Häufig sind einfache Maßnahmen bereits umgesetzt, wie beispielsweise der Austausch der Beleuchtung. Für schnelle Umsetzung komplexerer Maßnahmen fehlen die benötigten Ressourcen in den Unternehmen. Ebenfalls sehen die Forscher die aktuelle Hochkonjunktur und politische Unsicherheiten als verstärkend für diese Effekte. 

Energieeffizienz-Index
In welchem Bereich haben Energieeffizienz-Maßnahmen in Ihrem Unternehmen zur größten Energieeffizienzsteigerung (relative Einsparung) geführt? (n=1047)
Quelle: EPP / Universität Stuttgart

Rund ein Drittel der befragten Unternehmen erfasst seine Energieverbräuche systematisch. Bei Großunternehmen ist es fast die Hälfte. 45 % der Unternehmen, die Energiedaten speichern, tun dies zur Identifizierung von Energieeffizienz-Potenzialen und entsprechenden Maßnahmen. Die bei der Beleuchtung ergriffenen Maßnahmen haben dabei am häufigsten zu den größten relativen Einsparungen geführt.

Drei Viertel aller befragten Unternehmen verfolgen einen systematischen Ansatz zur Energieeffizienzverbesserung, ein Drittel dieser Gruppe nutzt dabei ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001. Nur rund 40 % der kleineren Unternehmen verfolgen einen systematischen Ansatz. Bereits 9 % der befragten Unternehmen geben inzwischen an, einem Energieeffizienz-Netzwerk anzugehören.

Immer mehr Unternehmen könnten selbst identifizierte Energieeffizienz-Maßnahmen umsetzen, es fehlen aber die Impulse, dies auch zu tun. Deshalb müssen dringend Informationsdefizite und hohe Bürokratie abgebaut werden, damit die Wirtschaftlichkeit von Energieeffizienz-Maßnahmen weiter steigt.

Quelle: www.eep.uni-stuttgart.de