Mark Junge

3 Fragen an … Mark Junge | Was ist ein klimaneutrales Unternehmen?

Zum Start unserer neuen Blog-Reihe "3 Fragen an ..." spreche ich mit Prof. Dr.-Ing. Mark Junge über klimaneutrale Unternehmen. Vor kurzen hatten wir im Webinar viele Fragen zur Definition von Klimaneutralität. Deshalb ist es umso spannender mit ihm darüber zu sprechen, wie er, als Mitglied im entsprechenden DIN-Ausschuss, das Thema sieht.

Pötter: Was ist für Dich ein klimaneutrales Unternehmen und braucht es klarere Regeln für Klimaneutralität?

Junge: Aktuell ist der Begriff nicht eindeutig definiert. Zukünftig ist dies aber wichtig. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir im DIN-Arbeitskreis für Klimaneutralität einen Schritt dazu beitragen werden.  

Als klimaneutral sehe ich ein Unternehmen, dass über eine CO2-Bilanz die Klimaneutralität nachweist und dabei mindestens Scope 1 und 2 betrachtet und wünschenswerterweise auch einige Bereiche aus dem Scope 3 berücksichtigt. Zudem ist es aus meiner Sicht wichtig, dass bei der Minimierung der Emissionen die folgende Vorgehensweise verfolgt wurde: Erst Reduzierung dann Substitution und abschließend die Kompensation unvermeidbarer Emissionen.  

Pötter: Wie siehst Du die bisherigen Wege zur Klimaneutralität und zu mehr Nachhaltigkeit?  

Junge: Zwiegespalten. Auf der einen Seite finde ich es wichtig und gut, wenn Menschen und Unternehmen dort aktiv werden. Auf der anderen Seite wird aufgrund fehlender Begriffsbestimmung leider aktuell auch viel „Greenwashing” betrieben. Deshalb appelliere ich an mehr Transparenz, damit wirklich wirksame Maßnahmen und Initiativen bei der ganzen Diskussion nicht „übersehen“ werden.  

Pötter: Welche Maßnahmen ergreifst Du persönlich, um etwas für den Klimaschutz zu leisten?

Junge: Da bin ich sicherlich noch nicht perfekt aufgestellt. Aber ich habe schon einige Maßnahmen ergriffen: Mein Haus ist energetisch saniert, um den Wärmebedarf zu minimieren. Dank Photovoltaik und Stromspeicher nutze ich fast ausschließlich erneuerbaren Strom. Das nächste Thema wird die Mobilität sein. So setze ich heute schon viel auf die Bahn. Ab diesem Sommer steige dann ich auf ein Elektrofahrzeug um. Zudem setze ich beim Einkauf auf nachhaltige und Bio-Produkte aus der Region.

Vielen Dank für das Interview.

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