Herr Ritzkat

3 Fragen zur Klimaneutralität an ... Christoph Ritzkat

Im neuen Blogbeitrag spreche ich mit Christoph Ritzkat zum Thema Klimaneutralität. Er ist Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Kieback&Peter, einem der führenden Experten für Gebäudeautomation und verfügt über langjährige Erfahrung als Geschäftsführer in renommierten Unternehmen mit Schwerpunkt Metall- und Elektroindustrie.

Pötter: Klimaneutralität ist ein großes Thema. Wie ist davon Ihr Geschäft betroffen?

Ritzkat: Die Themen Klimaschutz & Klimaneutralität sind auch in unserer Branche brandaktuell und allgegenwärtig. Ein klimaneutraler Gebäudebestand bis 2050 ist eine ambitionierte Vision. Natürlich wollen wir als Unternehmen unseren Beitrag zu weniger CO2-Emissionen und mehr Energieeffizienz leisten. Der Auftrag an uns ist klar, wir müssen Wohnen und Arbeiten nachhaltiger machen. Und hier sagen wir selbstbewusst: Dies tun wir an jedem einzelnen Tag!

In vielen Unternehmen ist eine CO2-Reduktion im Kerngeschäft nur begrenzt möglich. Auch einer energieeffizienten Produktion sind irgendwann Grenzen gesetzt. Daher setzen wir uns dafür ein, noch stärker auf die Gebäudetechnik zu schauen. Mit bedarfsgerechten Lösungen erhöhen wir die Energieeffizienz in Gebäuden – bei gleichzeitiger Reduktion von CO2-Emissionen. Davon profitiert nicht nur die Umwelt, sondern auch die Investoren und Betreiber. Die Kostenstrukturen eines Unternehmens lassen sich durch Maßnahmen der Gebäudeautomation positiv beeinflussen. Eingesparte Beträge können dann gewinnbringend anderweitig investiert werden, z.B. um die Wettbewerbsposition zu verbessern. Neben diesen wirtschaftlichen Aspekten gibt es aber noch einen weiteren, ganz wesentlichen Vorteil der Gebäudeautomation: Sie erhöht den Komfort im Gebäude, sodass sich die Nutzer und Betreiber im Alltag wohlfühlen und gerne in den Gebäuden aufhalten.

Pötter: Wie sehen Sie die bisherigen Wege deutscher Unternehmen zu Klimaneutralität und zu mehr Nachhaltigkeit?

Ritzkat: Wir begrüßen die Ziele und beobachten, dass viele Unternehmen Maßnahmen einleiten und sich auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit machen. Es gibt zahlreiche inspirierende Beispiele für energieeffizientes Handeln.

Und dennoch sehen wir in der Praxis noch etliche Stolpersteine, die es zu überwinden gilt. Auch die neuste Technologie in einem Unternehmen schafft keinen Mehrwert, wenn sie nicht mit den bestehenden Systemen harmoniert. Die Schnittstelle zwischen alter und neuer Technik muss unbedingt besetzt werden. Und genau hier sehen wir unsere Schlüsselposition als Systemintegrator: Wir beraten Unternehmen und unterstützen bei der technischen Umsetzung.

Nehmen wir nur mal das Beispiel eines Blockheizkraftwerkes: In der Theorie sind BHKW hoch effizient und tragen nachweislich zur CO2-Einsparung bei. In der Praxis wird es oft aufgrund einer falschen Regelung zwischen den einzelnen Erzeugern nur für Spitzenlasten zugeschaltet – dadurch habe ich im Grunde Null Effizienz. Diesen entscheidenden Schritt zwischen Wunsch und Wirklichkeit müssen viele Unternehmen noch gehen – wir helfen dabei.

Pötter: Welche Maßnahmen ergreifen Sie persönlich, um etwas für den Klimaschutz zu leisten?

Ritzkat: Für mich hört nachhaltiges Denken und Handeln nicht nach Feierabend auf. Im Gegenteil: Maßnahmen, die mir im Namen von Kieback&Peter am Herzen liegen, unterstütze ich auch als Privatperson. Dabei sind die Übergänge manchmal fließend. So versuche ich im Alltag Energie achtsam zu verbrauchen und dabei verstärkt auf regenerative Energie zu setzen.

So gut es geht, achte ich auf eine klimafreundlichere Fortbewegung. Diesen Anspruch setze ich übrigens auch unternehmensintern um. Konkret bedeutet dies, dass wir den Kreis von Beziehern eines Firmenwagens noch stärker auf Notwendigkeit geprüft und die Flotte in den letzten Jahren spürbar reduziert haben. Weiter ist es mein Wunsch, in nicht allzu ferner Zukunft komplett auf Elektroautos umzusteigen. Einen ersten Schritt in Richtung Elektrifizierung habe wir bereits unternommen und begonnen die Fahrzeugflotte auf Plug-in-Hybride umzustellen. Selbstverständlich fahre ich ein entsprechendes Fahrzeug. Mitarbeiter ohne Firmenwagen ermutigen wir mit finanziellen Anreizen auf Bus und Bahn umzusteigen.

Zu guter Letzt stehe ich einem Unternehmen vor, das „grüne Jobs“ schafft und somit unmittelbar und nachhaltig zum Klimaschutz beiträgt – auch dies ist eine persönliche Maßnahme, die ich aus tiefster Überzeugung lebe.

Vielen Dank für das Interview.


Über Christoph Ritzkat:

Christoph Ritzkat übernahm 2017 den Vorsitz der Geschäftsleitung bei Kieback&Peter. Seit Dezember 2019 ist er Mehrheitsgesellschafter des Berliner Traditionsunternehmens. Der Ökonom verfügt über langjährige Erfahrung als Geschäftsführer in renommierten Unternehmen mit Schwerpunkt Metall- und Elektro-industrie und blickt auf mehrjährige Auslandsaufenthalte in Brasilien, China, Frankreich und den U.S.A. zurück.

Seit der Gründung im Jahr 1927 hat sich Kieback&Peter zu einem führenden Anbieter für Gebäudeautomation entwickelt. Zahlreiche Pionierleistungen in der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik (MSR) haben die Branche maßgeblich vorangetrieben. An über 50 Standorten weltweit sorgen rund 1400 Beschäftigte mit smarten Automations-Lösungen für mehr Komfort, Effizienz und Sicherheit in Gebäuden.

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