3 Fragen zur Klimaneutralität an ... Kaya Kinkel

In unserer spannenden Blog-Reihe "3 Fragen an..." zum Thema Klimaneutralität dürfen wir heute Kaja Kinkel interviewen. Sie ist Abgeordnete der GRÜNEN Landtagsfraktion und Sprecherin für Energie und Wirtschaft im Hessischen Landtag. Ihre Ziele sind hier, die Hessische Wirtschaft ökologischer zu machen und die Energiewende umzusetzen. 

Andree: Was ist für Sie ein klimaneutrales Unternehmen und braucht es klarere Regeln für Klimaneutralität?

Kinkel: Klimaschutz ist die drängendste Aufgabe unserer Zeit, das zeigen die Klimaveränderungen mit denen wir bereits jetzt und hier zu kämpfen haben, wie die Dürreproblematik diesen Sommer wieder zeigt. Daher ist Klimaschutz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe die konsequent in allen Bereichen mitgedacht werden muss.

Naturschutz und Klimaschutz müssen ebenso gemeinsam einhergehen, wie Weiterentwicklung unserer Gesellschaft und die Innovationen in der Wirtschaft. Unternehmen nehmen dabei eine bedeutende Rolle ein. Ihr Ziel muss sein, Wertschöpfung zu generieren und gleichzeitig die externen Effekte – also die schädlichen Auswirkungen nach Außen – zu verhindern. Zum Beispiel durch Klimaneutralität.

Klimaneutrales Unternehmen bedeutet, dass alle Prozesse auf Klimawirkungen geprüft und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Dabei ist der gesamte Weg wichtig, gedacht werden muss vom Toilettenpapier bis zur Prozessenergie.

Wenn Unternehmen Ressourcen und Energie sparen haben sie davon ja auch einen finanziellen Vorteil. Es sollte also im Eigeninteresse der Unternehmen liegen, klimaneutral und ressourceneffizient zu wirtschaften.

Andree: Wie sehen Sie die bisherigen Wege zur Klimaneutralität und zu mehr Nachhaltigkeit?  

Kinkel: Wir sind bisher schon einige Schritte hin zur Klimaneutralität gegangen. Wir konnten in Hessen das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) vom Energieverbrauch entkoppeln. Das ist ein wichtiger Schritt. Auch die Energiewende, Rückgrat für eine klimaneutrale Wirtschaft, geht voran, auch wenn wir immer wieder mit Hürden durch die Bundespolitik zu kämpfen haben. Die Landesenergieagentur ist ein guter Ansprechpartner für Kommunen oder Unternehmen, die Klimaschutz und Energiewende auch vor Ort voranbringen wollen.

Aber klar ist auch: Das alles müsste angesichts der Dringlichkeit des Klimawandels alles viel schneller gehen. Nicht nur in Hessen, sondern auch im Bund und der EU müssen die Weichen für Klimaneutralität gestellt werden!

Wir müssen konsequent den Ausbau der Erneuerbaren Energien vorantreiben und sowohl im Kommunalen, als auch im gewerblichen Bereich großen Wert auf Energieeffizienz und –einsparung legen.

Andree: Welche Maßnahmen ergreifen Sie persönlich, um etwas für den Klimaschutz zu leisten?

Kinkel: Ich setze mich sowohl in meinem Privatleben als auch beruflich für den Klimaschutz ein. Privat fliege ich überhaupt nicht mehr und beruflich nur noch in Ausnahmefällen. Ich nutze überwiegend die Bahn. Abgesehen davon, dass das Reisen mit dem öffentlichen Bahn- oder Nahverkehr klimaschonend ist, ist es auch eine wunderbare Möglichkeit, um die Zeit zum Arbeiten zu nutzen. Wir haben unser Haus gedämmt und erzeugen eigenen Strom. Bei mir im ländlichen Raum versuche ich soweit wie möglich regional und bio einzukaufen.

Wichtig ist übrigens nicht, dass der Einzelne zu 100% perfekt klimaneutral handelt, sondern dass eine breite Masse das bestmögliche für den Klimaschutz tut. Von Unternehmern über Privatpersonen zu Institutionen – überall gibt es noch zahlreiche Chancen für den Klimaschutz die nicht zuletzt auch oft individuell das Leben gesünder, besser, lebenswerter und entspannter machen. 

Vielen Dank für das Interview. 

Über Kaya Kinkel

Kaya Kinkel wurde 1987 geboren und lebt mit ihrer Familie in Wildeck im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Die Studierte Ökonomin hat Wirtschafts- und Energiepolitik schon seit Studienzeiten als ihre Herzensthemen erkannt.

Seit 2017 ist sie Abgeordnete der GRÜNEN Landtagsfraktion und Sprecherin für Energie und Wirtschaft im Hessischen Landtag. Ihre Ziele sind hier, die Hessische Wirtschaft ökologischer zu machen und die Energiewende umzusetzen. Denn klar ist: Der Klimawandel ist die größte Herausforderung unserer Zeit und ein Risiko für eine Wirtschaft, die auf ein Weiter-So beharrt.  

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