Der Limón Blog

Analysen, Berichte & Hintergründe zu Energieeffizienz und Klima

EnOptI macht Hotels fit für die Energiewende

Ein Interview mit Thorsten Nennmann, Bereichsleiter Dienstleistung bei der Limón GmbH.

Thorsten, vielen Dank, dass du dir Zeit für dieses Gespräch nimmst. Du bist Bereichsleiter Dienstleistung bei der Limón GmbH. Kannst du uns einen Einblick in das Forschungsprojekt EnOptI geben? 

Das Forschungsprojekt EnOptI beschäftigt sich mit dem optimierten Lastmanagement in einer speziellen Branche, nämlich in Hotels. Das Ziel ist die Steigerung der Nachhaltigkeit von Gebäuden durch eine verbesserte Energieeffizienz und zudem die Steigerung der Flexibilität im Stromnetz. Dazu sollten der Primärenergieeinsatz reduziert und am Ende auch die Emissionen verringert werden. 

Erreicht werden diese Ziele durch eine optimierte Vernetzung der unterschiedlichen Verbraucher im Hotel (Küchen, Wäscherei, Klimaanlagen, Ladeinfrastruktur) und dem Stromnetz sowie elektrische Erzeuger, wie z. B. PV-Anlagen und Speichertechnologien. Durch diese Vernetzung und den Einsatz von KI-basierten Prognosen können zum einen Einsparpotenziale erschlossen und zum anderen Lastspitzen gekappt werden. 

Welche spezifischen Ziele verfolgt EnOptI, insbesondere im Hinblick auf Klimatechnik, Wäschereitechnik und Küchen? 

Diese drei Technologien sind in Hotels sehr relevant in Bezug auf die Energieversorgung. Im Forschungsprojekt ist hier jeweils ein Hersteller als Partnerunternehmen aus dem jeweiligen Sektor beteiligt, um sowohl die technischen als auch die organisatorischen Potenziale auf Umsetzbarkeit zu prüfen. 

Wenn man auf das Beispiel des Küchenbetriebs schaut, ist es hilfreich zum einen die Nutzung einer modernen Großküche zu verstehen. Beispielsweise sind die jeweiligen Betriebszeiten zu beachten: Wenn ein Gast ein Essen bestellt, muss es auch zeitnah bereitgestellt werden und nicht erst, wenn elektrische Energie zur Verfügung steht. Zum anderen ist es relevant, auch die technischen Möglichkeiten der Anlagen zu berücksichtigten. Diese bieten heute eine Reihe an Funktionen wie zum Beispiel Cloudfähigkeit, Programmierbarkeit, etc., die im Rahmen einer Laststeuerung hilfreich sein können. 

Welche Rolle spielt die Limón GmbH innerhalb des EnOptI-Projekts? 

Unsere Rolle ist die Vernetzung der jeweiligen Komponenten auf der Ebenen eines übergeordneten Energiemanagementsystems. Dieses System synchronisiert den Energiebedarf des Gebäudes und die Prozesse im Hotel mit der verfügbaren Energie. Dazu erstellt es auf Basis der Prognosen einen „Energiefahrplan“, der sicherstellt, dass die Netzanschlusskapazität nicht überschritten wird. 

Dieser „Fahrplan“ berücksichtigt sowohl die Stromerzeugung und Speicherung vor Ort als auch Steuerungsbefehle des Netzbetreibers und passt sich möglichst flexibel an veränderte Netz- und Nutzungsbedingungen an. Außerdem übernehmen wir die Rolle, die Potenziale zu messen und den Nutzen über das Gesamtsystem in Verbindung zur Netzebene zu analysieren und auszuwerten. 

Wie wird die praktische Umsetzung der Forschungsergebnisse sichergestellt, insbesondere im Hotelkompetenzzentrum in Oberschleißheim?

Das Hotelkompetenzzentrum bietet die Möglichkeit einige Punkte in einer Art „Reallabor“ auszuprobieren. Im Hotelkompetenzzentrum sind die jeweiligen Technologien vollfunktionsfähig aufgebaut und können vernetzt werden. Darüber hinaus kann bis zu einem gewissen Maße ein Hotelbetrieb simuliert werden, um auch in der Realität die Funktion zu demonstrieren. 

Welche langfristigen Auswirkungen erwartest du durch die Ergebnisse von EnOptI auf die Energieeffizienz von Hotels? 

Langfristig wird der Hotelsektor (wie auch andere Gebäude) stärker vernetzt und digitalisiert werden müssen. EnOptI leistet einen Beitrag die Potenziale sichtbar zu machen und zu demonstrieren, wie die Möglichkeiten und Grenzen der Effizienzsteigerung in diesem Bereich sind.